Unsere Passion überzeugt.

Gin boomt seit einiger Zeit und Corona verstärkt die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln. Zwei Faktoren, die dem Schaffhausener Start-up Maurice Richard in die Hände spielen. Wir baten Moreno Gasser zum Gespräch.

Das sind die zweiten Vornamen von Alain und Sandro. Wir haben uns gedacht, alles was französisch klingt, funktioniert gut in dem Bereich. Alain und Sandro sagten: «Du hast leider keinen Platz im Unternehmensnamen, weil du keinen zweiten Vornamen hast.« Für mich war das okay. Die Leute finden es lustig und oft interessieren sie sich weniger für das Unternehmen als für die Gin-Marke, die wir anbieten

Alain macht viel Strategisches, Rechtliches und die IT. Er ist der Drive nach vorne. Sandro ist verantwortlich für Sales und Human Resources. Meine Hauptaufgaben sind die Produktion und die Finanzen. Wie viele Personen stecken hinter dem Erfolg von eurem Falco Gin? Insgesamt sind wir zu fünft mit zwei Teilzeitkräften. Tatsächlich sind es aber ganz viele, mit denen wir unseren «Erfolg» teilen. Zum Beispiel mein Vater, der viel in der Produktion mithilft, oder Sandros Mutter, die uns beim Flaschen-Etikettieren unterstützt. Auch alle unsere Freundinnen werden bei Messen, Marketingaktionen oder als Meinungsgeber mit einbezogen teilweise nicht ganz freiwillig (lacht). Wir sind eigentlich ein grosser Familienbetrieb.

Dass wir von Anfang bis Ende alles in Handarbeit machen: Alle Botanicals werden einzeln destilliert zu einem Batch zusammengeführt, Etikettierung und Abfüllung erfolgen Flasche für Flasche von Hand. Es gibt keine Produktionsstrasse, wo die Flaschen durchlaufen.

Wir machen einen Dry Gin im Unterschied zum London Dry Gin. Das heisst, die Botanicals werden einzeln destilliert und dann zusammengeführt. Neben den obligatorischen Wachholderbeeren sind es unter anderem Mango, Zitrone, Orange, Kardamom und Pfeffer. Es sind bei uns noch ein paar mehr, aber die sind geheim. Aus Spass sagen wir immer, es sind Herzblut, Schweiss und Liebe. Dieses Verfahren erlaubt uns, immer nahe am gleichen Geschmack zu sein und das ist mitentscheidend für die hohe Qualität.

Die pflanzlichen Geschmacksgeber für Gin werden Botanicals genannt. Wachholder ist dabei ein Muss — darüber hinaus können sich Brenner in der Natur frei bedienen. Von Kräutern und Blättern über Wurzeln und Rinden bis hin zu Früchten und Beeren ist alles erlaubt.

Die Konkurrenz ist riesig! Ursprünglich haben wir mit Wein gehandelt Sandro stammt aus einer Winzerfamilie. Die Idee war, Wein mit personalisierten Etiketten für Hochzeiten und ähnliche Anlässe anzubieten. Zwei Sachen haben uns aber gestört: Es war ein hoher Initialaufwand für eine kleine Auflage. Zweitens war es nicht unser eigenes Produkt. Wir wollten etwas, für das wir persönlich einstehen konnten. Und so wurde es Gin, weil wir das auch selbst gerne trinken.

In gewisser Weise. Wir haben das immer als etwas Positives gesehen. Wenn es immer mehr gibt, heisst es auch, dass die Nachfrage da ist. Bei Gin ist es weniger so wie beim Bier, wo man immer das gleiche trinkt. 

«Wir hätten nie gedacht, dass wir jemals mit den Besten mithalten würden.»
Moreno Gasser, Gin-Experte

Wir haben gut neun Monate an vielen Abenden in der Destillerie getüftelt und verkostet. Wir mussten feststellen, dass kleinste Rezepturveränderungen grosse Unterschiede machen. Unser Schlüsselerlebnis war, als wir selber fanden, dass der Gin gut war. Und als Sandros Frau noch davon probiert und gesagt hat, er wäre sehr fein, war das für uns die Bestätigung.

Nein, im Gegenteil: Sie ist absolut keine Gin-Trinkerin. Aber nachdem er ihr geschmeckt hat, dachten wir, da muss was dran sein.

Gute Frage! Ich glaube, der Verkauf ist am zeitintensivsten: Gastronomen zu überzeugen ist schwer, gerade vor dem Hintergrund, dass es so viele Gin-Marken gibt. Keiner kommt von sich aus auf einen zu. Aber auch die Produktion nimmt bei uns viel Zeit in Anspruch. Die Herstellung von Hand wollen wir dennoch beibehalten, nur so können wir die Qualität halten. Was wir aktuell zu wenig machen ist Marketing.Wir haben gut neun Monate an vielen Abenden in der Destillerie getüftelt und verkostet. Wir mussten feststellen, dass kleinste Rezepturveränderungen grosse Unterschiede machen. Unser Schlüsselerlebnis war, als wir selber fanden, dass der Gin gut war. Und als Sandros Frau noch davon probiert und gesagt hat, er wäre sehr fein, war das für uns die Bestätigung.

Was wir rückblickend gemerkt haben, ist, dass wir mit dem Design einen Nerv getroffen haben. Viele sind etwas «hipstrig» unterwegs oder «oldschool». Wir sind schrill und farbig. Das gefällt den Leuten offenbar. Und wir sind uns unserer Möglichkeiten bewusst. Wir nutzen deshalb kleine Kooperationen und Social Media. Sehr früh haben wir zum Beispiel die deutsche Köchin und Chefin des Restaurants Stucki in Basel Tanja Grandits für eine Kooperation gewonnen. Das steigert natürlich die Bekanntheit. Diese Strategie ist nur mit einem tiefen Vertrauen ins Produkt möglich. Das Lustige war, dass die Flasche, die wir ihr geschickt hatten, schnell weg war, weil ihr Team sie ausgetrunken hat. Wir mussten dann noch eine schicken. Damit hat sie dann ihr Pink-Ginger-Cocktail-Rezept gemacht.

Den World Gin Award für den besten klassischen Schweizer Gin. Das sind so Momente, wo man zusammensitzt und denkt: Das ist echt cool! Wir hätten, als wir angefangen haben, niemals gedacht, dass wir jemals mit den Besten mithalten könnten.

Nein, wir eifern niemandem nach. Unternehmerisches Denken ist bei uns familiär bedingt. Alain und Sandro kommen beide aus Unternehmerfamilien

Genau! Wir haben beim TopCC Sortimentsmanager für Spirituosen angefragt und wir bekamen die Möglichkeit, mit ihm an einen Tisch zu sitzen. Da haben wir wohl überzeugt. Damit, wie wir das Produkt produzieren, und mit unserer Passion. Es ist für beide Seiten ein Gewinn TopCC kann ein spannendes, regionales Start-up unterstützen und für uns ist der Absatzkanal auch sehr wertvoll. Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern mitgeben? Viele Dinge könnte man besser machen als wir! Aber ich denke, der absolute Key besteht darin anzufangen. Sich nicht zu Beginn schon in Details verlieren. Sonst kommt man keinen Schritt weiter. Wenn die Passion da ist, anfangen und nach und nach mit den Problemen umgehen.

Ja, es gab mehrere Effekte: Zum einen ist die Gastronomie weggebrochen, und zum anderen wollten die Leute sich zuhause einen guten Gin gönnen, um so das NichtWeggehen-Können zu kompensieren. Es gab dadurch eine Umverteilung bei den Verkaufskanälen. Und wir haben gespürt, dass die Sensibilität für regionale Produkte angestiegen ist. Die Leute haben gefragt, wo der Gin herkommt. Da kam uns zugute, dass wir seine Herkunft von Anfang an kommuniziert haben. Schaffhausen ist sowohl Geburts- als auch Produktionsort des Falco Gin.

Der Bereich ist bei uns noch im Aufbau, bei TopCC geht deutlich mehr! Im Gin-Bereich kauft man lieber aus den Regalen, wo die Auswahl grösser ist. Und was macht ihr, wenn der Gin-Trend abflaut? Wir sind die ganze Zeit am Überlegen, was wir sonst noch machen könnten. Wir wollen uns in Zukunft definitiv breiter aufstellen. Vor kurzem haben wir deshalb einen neuen Gin auf den Markt gebracht: den Unicorn Gin, in Kooperation mit Starköchin Meta Hiltebrand. Der ist noch fruchtiger, mit Brombeernote und GlitzerEffekt Metas Einfluss ist nicht zu übersehen.

Ich bin weniger der Fancy-Cocktail-Trinker, sondern mag den Gin ausschliesslich klassisch obwohl das nicht aufregend klingt. Gin, geschmackneutrales Tonic, Eis und ein Stück Mango, fertig. 

Murice Richard

Beachtliche vier bis fünf tausend Liter Gin produzieren die Jungunternehmer Moreno Gasser, Alain Illi und Sandro Gianini pro Jahr. Sie sind die Geschäftsführer von Maurice Richard und die Erfinder des Falco Gin. Seit drei Jahren entdecken immer mehr Schweizer Gastronomen und Händler die vielfach prämierte Gin-Marke für sich  darunter Promi-Köchinnen wie Tanja Grandits und Meta Hiltebrand. Auch neue Absatzmärkte wie Finnland und China hat das Trio bereits im Blick.

Auf ein Wort mit Moreno Gasser:

Meine Kollegen nennen mich … Moreno, Moe oder Tschiggi
Wäre Falco Gin ein Song, wäre es … Sweet Caroline by Neil Diamond
Am liebsten trinke ich Gin … mit guten Freunden
Pure Magie ist für mich … keine Termine, Erholung in den Bergen und ein feiner Gin Tonic
Das Wichtigste, was mir mein Vater beigebracht hat, ist … Verlässlichkeit und Integrität
Für mich ist Weihnachten ein Synonym für … zuviel Essen und Trinken
Wenn ich ein Jahr Urlaub hätte, würde ich … eine Weltreise machen

Beef Tatar – ein moderner Klassiker

TopCC Chefmetzger Kurt Breitenmoser über das Original.
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Für jeden was dabei

Ein Tipp für alle Geniesser: das Restaurant Adler in Oberriet
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Dekantieren und Karaffieren

Oft gehört, aber selten nötig. Sie sitzen im Restaurant und freuen sich auf die Flasche Wein, die Ihnen der Kellner nun gleich öffnen wird und dann kommt die Frage: «Soll ich Ihnen den Wein dekantieren?» Er steht vor einem – mit der Flasche in der Hand – wie der Lehrer, der nun vom Prüfling die richtige Lösung hören will. In den meisten Fällen löst die Frage ein Schulterzucken aus, weil man sich nicht sicher ist, welche Antwort man dem Kellner nun richtigerweise geben soll! Die Sache ist recht simpel, wenn man sich bewusst ist, welche Funktionen das Dekantieren oder Karaffieren erfüllen soll.
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